Leseprobe
 

 

Die BRD ist kein Staat
Sind alle Deutschen staatenlos?
von Klaus Sojka

ISBN 978-3-00-025586-1   –  â‚¬ 14,45  – Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand  

 

Zum Einstieg

Prof. Sojka schreibt: Während unser Fahrstuhl die Stockwerke durchglitt, äuĂźerte der Hausmeister Fred eine Bitte. Ich sei doch Jurist; und wenn es mir nicht allzu viel ausmachte, könnte ich ihm etwas aufschreiben, das er beim nächsten politischen Stammtisch vortragen wolle. Es sei doch so, dass im Artikel 146 des Grundgesetzes klargestellt sei, es trete bei einer Wiedervereinigung der BRD mit der DDR auĂźer Kraft. Meine AusfĂĽhrungen sollten aber nicht im Fachchinesisch und nicht zu lang ausfallen, wobei er ein Handformat andeutete. – „Naja“, antwortete ich, „so ist das eigentlich nicht im Grundgesetz ausgedrĂĽckt; aber im Kern haben Sie Recht. Hierzu schreibe ich Ihnen in den nächsten Tagen etwas fĂĽr Ihre Zwecke Brauchbares.“ Er dankte im Voraus, und wir trennten uns. 

Nach kurzer Zeit musste ich passen. Denn bereits nach erstem EinwĂĽhlen in die Materie wurde mir bewusst, dass ein leutseliger, aber halbwegs fundierter Aufsatz nicht möglich war. Denn ein Problem eröffnete weitere, und diese setzten sich fort. Selbst nach Weglassen auch nicht unwichtiger Feststellungen ergab mein Schreibwerk „Die BRD“ den Umfang einer hageren BroschĂĽre, die den Hausmeister enttäuschte. So etwas war am sonntäglichen Vormittags-Tisch nicht verdaulich. 

Gleichwohl fanden meine Ausführungen bei den folgenden Vorträgen eine unverhoffte Aufmerksamkeit. Klaus Hoffmann, Vorsitzender des Freundschafts- und Hilfswerks Ost e.V., schickte eine Kopie des Manuskripts sogar an die Wochenzeitung „Der Schlesier“, dessen Chefredakteur Hans-Joachim Ilgner meine Ausführungen jeweils in Fortsetzungen 2007 veröffentlichte und dadurch ein für mich unerwartetes, durchweg positives Echo auslöste. Neben vielen Briefen gingen mir auch wertvolle Variationen zum Thema zu. Beispielhaft seien erwähnt die Autoren

Sven B. BĂĽchter „Geheimsache BRD“, H.-H. v. Arnim „Die Bundesrepublik ist kein Rechtsstaat mehr“, vorgestellt von H. Bernert, H. W. Bracht: „Deutschland und das Deutsche Reich heute“, W. Grabert, Leitartikel im „Euro-Kurier“, insbesondere 10/2007 und 12/2007, H. Wandler: „Die ’Bundesrepublik Deutschland’ und das Deutsche Reich“, in „Der Reichsbote“ Juni 2007, H.-P. Thietz: „Bundesrepublik Deutschland: Souveräner Staat oder noch immer mit Besatzungsrecht?“, Presseerklärung aus dem Jahr 2002 mit aktuellem Schluss, K.-E. Lober: „Grundgesetz mit Geheimklauseln?“ in „Der Schlesier“ 59. Jahrg., Nr. 2, E. Hartung: Rundbrief der „Kameradschaft der ehemaligen SĂĽdtiroler Freiheitskämpfer“ Herbst 2007 sowie die im folgenden Text jeweils vor Ort genannten Verfasser. Das einschlägige Schrifttum ist auĂźerordentlich umfangreich und ganz ĂĽberwiegend empfehlenswert.  

Weil meine vorliegende Schrift jedoch kein Fachbuch werden soll, sondern eine staatsrechtlich fundierte Publikums-LektĂĽre, vermag ich nur einige wenige Autoren zu nennen. 

Die im „Der Schlesier“ in Fortsetzungen unters Volk gebrachten Abhandlungen sollten auf Wunsch aus dem Leserkreis zusammengefasst als BroschĂĽre erscheinen. Der Verlag hat hierzu angeregt, meine bisherigen AusfĂĽhrungen zu erweitern, was ich gern getan habe. Es wurde mir dadurch die Möglichkeit eröffnet, das Verständnis besser erschlieĂźende Erläuterungen einzufĂĽgen und im „Anhang“ auch Texte zu bringen, die den Hauptteil begleitend ergänzen sollen. 

Das Buch entstand aus möglichst objektiver Sicht, wobei jedoch persönliche Tendenzen nicht vermieden wurden. Das Ergebnis des weitgehenden Monologs soll lauten: Die Wehrmacht hat nach heldenhaftem und soldatisch beispiellosem Kampf kapitulieren mĂĽssen, wodurch unser Reich faktisch in seinem Bestand aufhörte. Und wir sollten keine schlechten Verlierer sein und erwarten, dass wir als Besiegte von unseren ehemaligen Feinden so gestellt wĂĽrden, als hätten wir mit ihnen mitgemacht und ihren Erfolg geteilt. Ich halte auch nichts von MutmaĂźungen und Legenden, dass wir bestanden hätten, wenn dieses und jenes nicht eingetreten wäre, wenn beispielsweise kein Verrat den Ausschlag von Niederlagen oder den Verlust des Endsieges verursacht hätte. Denn ein Krieg fĂĽhrendes Land muss heutzutage sowohl den äuĂźeren als auch den inneren Feind gleichsam in den Griff bekommen; es muss auch den raffiniertesten Methoden der Geheimdienste, Spione und Boykotteure wirksam begegnen. Denn Schlachten wie im alten Rom finden nicht mehr statt. 

Als Besiegte brauchen wir jedoch nicht alles hinzunehmen, was uns Ăśbelwollende verordnen oder antun. Es ist nicht unser unabwendbares Schicksal, den Volkstod durch Verblödung, Vermischung, Verteufelung und Um- sowie Entvolkung regungslos hinzunehmen, weil das naturgesetzliche Selbsterhaltungs-Gebot auf die Dauer stärker ist als klägliches Verzagen und selbstgefälliges, gewolltes Märtyrertum. 

Deswegen muss es als auĂźergewöhnlich erscheinen, dass bei unserer Erniedrigung und Ausrottung eigene Landsleute mitmachen und noch die Liquidation unserer Nation wetteifernd ĂĽbertreffen.  

Viel zu lange schon ist die Erduldung der psychischen und physischen Sklaverei von den Gestalten, die unlauter die Macht erlangt und bisher verteidigt haben, als unabschüttelbare Bestimmung, als dauerhaftes Los dargestellt worden. Spätestens als unsere Wirtschafts- und Wehrkraft und unsere geistigen Errungenschaften auch für die Sieger unentbehrlich wurden, hätte auf der völkerrechtlichen Gleichbehandlung Deutschlands einschränkungslos bestanden werden müssen. Ist also aus dieser Schau die Selbsterhaltung der Imperativ unserer Zeit, so sollen folgende Ausführungen behilflich sein, ihm zu genügen. Oder müssen wir den Untergang, der ja für alles in dieser Welt feststeht, als unser unabwendbares Schicksal begreifen?

 

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