Leseprobe
Neu im Programm
Steine der Macht
von Stan Wolf
€ 18,90 – Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand
Der Hintergrund:
Am Untersberg bei Salzburg verschwanden am 15. August 1987 drei Deutsche spurlos, welche das dort auftretende Zeitphänomen erforschen wollten. Sie lösten damit die größte Suchaktion, welche es jemals am
Untersberg gab, aus. 152 Mann und 3 Helikopter waren damals über eine Woche lang im Such Einsatz ohne auch nur irgend etwas von den Dreien zu entdecken. Nach über 2 Monaten meldeten sich diese Leute von einem
Frachtschiff im Roten Meer........ Der Autor begegnete diesen Deutschen einige Jahre zuvor auf einer Schutzhütte am Berg und begann daraufhin 15 Jahre lang akribisch zu recherchieren, was er dabei entdeckte und herausfand,
konnte er nur noch als Roman und unter einem Pseudonym veröffentlichen...
Das Buch handelt von einem Zeitphänomen, welches der Überlieferung nach, am Untersberg bei Salzburg seit
Jahrhunderten auftritt. Dort verschwinden immer wieder Menschen, tauchen oft nach Tagen oder gar Wochen wieder auf und behaupten stets, nur kurze Zeit am Berg gewesen zu sein. Wolf, ein fünfzigjähriger Hobbypilot, welcher am
Fuße dieses Berges wohnt, weiß um diese Geschichten, nimmt sie aber nicht ernst. Das ändert sich plötzlich, als er auf seinen vielen Reisen mit seiner Begleiterin, der zierlichen Lehrerin Linda in Ägypten auf ähnliche Phänomene
stößt. Die beiden treffen in entlegenen Gebieten der Sahara auf die verschiedensten Personen, von welchen sie immer wieder Erzählungen über seltsame schwarze, runde Steine zu hören bekommen. Alles deutet darauf hin, dass
diese Steine bei den Zeitphänomenen eine Rolle spielen. Wolf entschließt sich, der Zeitverschiebung auf den Grund zu gehen und beginnt zu recherchieren.
Als er durch Zufall den vor seiner Haustüre gelegenen Obersalzberg, das einstige Refugium der NS Größen in seine
Nachforschungen mit einbezieht, wird es für ihn lebensgefährlich. Er hat allen Grund zur Annahme, dass die damaligen Machthaber des Dritten Reiches über die Zeitverschiebungen und auch über die schwarzen Steine
Bescheid wußten. Danach überstürzen sich die Ereignisse. Die beiden bekommen bei Ihrer Suche das Zeitphänomen hautnah zu spüren und geraten dabei mit Leuten aus der Vergangenheit in Kontakt, welche ihnen ein
Golddepot in den Bergen zeigen.
Auf Grund der erhaltenen Informationen fliegen sie mit einer kleinen viersitzigen Cessna über Spanien und Afrika auf
die Kanareninsel Fuerteventura, um geheimnisvolle Bleizylinder aus den Lavahöhlen, tief unter der "Villa Winter" zu bergen. Sie erleben in der Folge Abenteuer, welche sprichwörtlich unter die Haut gehen. Nach erfolgreichem
Abschluss ihrer Aktion erwartet die beiden ein turbulenter Rückflug durch ein enges, kurvenreiches Alpental, weit unter der Mindestflughöhe. Aber auch am Untersberg sind mittlerweile Unternehmungen im Gange, welche darauf
hindeuten, dass bereits auch andere ihr Interesse an den Zeitphänomenen zeigen. Den Leuten aus der Vergangenheit gelingt es aber, ihr Geheimnis zu bewahren.
Griechenland Oktober 1941
Ein regnerischer Oktobertag in der Ägäis ging zu Ende. Tiefe Wolken verdeckten den Himmel an der griechischen Küste. Die Schaumkronen des aufgewühlten Meeres und die raue Gischt der Brandung verstärkten den düsteren
Eindruck des ungemütlichen Herbstwetters.
In den Baracken des kleinen Feldflugplatzes Kalamaki, nahe
Piräus brannte bereits Licht, als der Einsatzbefehl an die beiden dort stationierten HE 111 Bombenflugzeuge der 4.
Gruppe des 26. Kampfgeschwaders der deutschen Wehrmacht erging. Das Geschwader führte einen sitzenden roten Löwen mit dem Wahlspruch "Vestigium leonis" - "Die Spur des Löwen" - im Wappen und wurde daher auch
das Löwengeschwader genannt. Dem Piloten, Leutnant Jansen blieben gerade noch dreißig Minuten, um mit dem Flugzeugführer der anderen Maschine die Route zu besprechen. Als erster Zwischenstopp sollte der gerade erst
kürzlich errichtete Feldflugplatz von Iraklion auf Kreta angeflogen werden. Dort würden Zusatztanks aufgenommen und nochmals vollgetankt werden. Die Reichweite sollte diesmal nämlich auf ein Maximum erhöht werden. Zielgebiet
war das Rote Meer südlich vom Suez Kanal. Nach gerade erst eingegangenen Berichten des Nachrichtendienstes sollte sich dort die „Queen Mary“ befinden, welche enorme Mengen an Nachschub für die alliierten Truppen in
Nordafrika an Bord haben sollte.
Die „Queen Mary“ war das zur damaligen Zeit größte Passagierschiff der Welt und war von den Briten für den
Kriegseinsatz zum Truppentransporter umgerüstet worden. In dieser Nacht des 6.Oktober 1941, sollte sie von den beiden deutschen Flugzeugen mit speziellen Torpedobomben versenkt werden. Jansen startete die beiden großen
Motoren seines Flugzeuges.
Laut dröhnend kamen die mächtigen Propeller auf Touren und nachdem der zweite Jagdbomber ebenfalls seine
Maschinen angelassen hatte, rollten beide Flugzeuge dicht hintereinander zum linken Ende der Rollbahn. Plangemäß starteten die beiden zweimotorigen Heinkel 111 mit je fünf Mann Besatzung und erreichten schon nach
etwas mehr als einer Stunde, die nur dürftig beleuchtete Landebahn in Iraklion auf Kreta. In kurzem Abstand setzten beide Maschinen auf der planierten Piste des neuen Flugplatzes auf und rollten zu dem schon bereitstehenden
Tankwagen. Die beiden Kommandanten ließen sich in der Luftaufsichtsbaracke den aktuellen Wetterbericht für Ihre Flugroute geben. Binnen kürzester Zeit waren auch die Zusatztanks unter den Tragflächen befestigt und die
Flugzeuge wieder aufgetankt. Sie starteten in Richtung Süden und nahmen direkten Kurs auf die ägyptische Hafenstadt Alexandria. Knapp vor Erreichen der afrikanischen Küste gab Leutnant Jansen den Befehl, jeglichen
Funkverkehr einzustellen, damit die Position der beiden Bomber nicht vom Feind durch Peilung festgestellt werden konnte. Über dem Norden Ägyptens war es wolkenlos und im Mondlicht zeichnete sich scharf die Küstenlinie des
afrikanischen Kontinents ab. Jansen änderte nun, wie besprochen seinen Kurs auf 110 Grad und die zweite HE 111 folgte ihm in geringem Abstand. Sie flogen in einer Höhe von 3000 Metern nördlich an Kairo vorbei und erreichten
kurz nach Mitternacht das Rote Meer südlich von Suez. Jetzt hatten sie sehr gute Sicht und gingen hinunter auf 100 Meter über dem Meer. In der nächsten halben Stunde sollten sie auf die „Queen Mary“ treffen. Im fahlen Mondlicht
glänzte die ruhige See unter ihnen. Die beiden Maschinen flogen der Küste der Sinai Halbinsel entlang nach Süden, doch von ihrem Ziel war weit und breit nichts zu sehen.
„Wenn das Schiff nicht bald in Sicht kommt, müssen wir umkehren“ Leutnant Jansen, der bereits etwas nervös geworden war, wischte sich den Schweiß von der Stirne. Er sah zuerst auf die Tankanzeigen und dann auf seine Uhr.
Ihr Treibstoffvorrat reichte gerade noch für etwa zwanzig Minuten in südlicher Richtung, spätestens dann müsste er
umkehren, damit sie den Flugplatz in Kreta noch sicher erreichen konnten. Aber noch immer war keine Spur von der „Queen Mary“ zu sehen.
Doch plötzlich tauchte ein vor Anker liegender Konvoi der Alliierten vor ihnen auf. Das größte der Schiffe war ein Frachter mit über 120 Meter Länge, danach ankerte ein mittlerer Kreuzer und eine Menge kleinerer Schiffe als
Geleitschutz. Jansen unterbrach die Funkstille, „Abwurf und Feuer frei“ mit diesen Worten befahl er den sofortigen Angriff auf den großen Frachter. Fast gleichzeitig setzte das laute Rattern der 20 Millimeter Bordkanonen der
Flugzeuge ein. Jetzt musste alles schnell gehen. Viel Zeit hatten sie nicht, denn wenn sie erst einmal entdeckt waren,
würden sie in dieser geringen Höhe mit Sicherheit für die Geschütze der Schiffe ein leicht zu treffendes Ziel sein.
Schon die erste Bombe aus Jansens Flugzeug war ein Volltreffer. Der große Frachter wurde wie eine
Konservendose aufgerissen. Offensichtlich hatte er auch sehr viel Munition geladen, denn wie ein riesiges Feuerwerk folgten minutenlang Explosionen, bevor das Schiff mit rot glühendem Heck, vor der Küste des Sinai im
Roten Meer versank. Die durch den Überraschungserfolg leichtsinnig gewordenen Piloten der Jagdbomber wollten nun auch noch den Kreuzer versenken, der mittlerweile aus allen Rohren feuerte. Mit einer Steilkurve nach links
versuchte Leutnant Jansen seine Maschine in Abwurfposition für die nächste Bombe zu bringen, da wurden sie von einer Garbe der Bordkanonen des Kreuzers in der rechten Tragfläche getroffen. Die zweite Maschine erhielt einen
Treffer in den Rumpf. Sie zog eine schwarze Rauchfahne hinter sich her und versuchte sofort abzudrehen, was ihr offensichtlich auch gelang. Jansens Flugzeug war noch manövrierfähig und er wollte ebenfalls wieder zurückfliegen,
als er bemerkte, dass einer der Tanks leck geschossen war und der Treibstoffverlust einen Rückflug zur Basis unmöglich machen würde.
„Wir haben einen Treffer im rechten Tank, Rückflug zur Basis aussichtslos, versuche die Maschine in der Sandwüste
hinter den Gebirgen, jenseits des Roten Meeres zu landen. Euch noch viel Glück Kameraden“, mit diesem letzten Funkspruch an die Besatzung der anderen Maschine, drehte er ab aufs offene Meer. Er hoffte, mit dem
verbleibenden Benzin im linken Tank, noch das Rote Meer und die danach aufragenden Berge der ägyptischen Ostwüste zu überqueren, um dann in der ebenen, sandigen Gegend des Niltals eine Notlandung zu versuchen.
Danach wollte er sich mit seinen vier Männern bis nach Kairo durchschlagen. Eine halbe Stunde Flugzeit sollte ihnen genügen. Würde der Sprit reichen und würde das Flugzeug noch so lange durchhalten?
Leutnant Jansen beobachtete angespannt die Kontrollanzeigen für die Motoren. Das Geräusch hatte sich verändert und das bedeutete nichts Gutes.
“Der linke Motor hat etwas abbekommen, er bringt nur noch die halbe Leistung. Macht Euch für einen Ausstieg
bereit, ich glaube nicht, dass wir es noch über die Berge schaffen.“ Jansen hatte jetzt Mühe, die Maschine in der
Luft zu halten. Der Zeiger des Höhenmessers drehte sich langsam nach links und das bedeutete stetiges Sinken.
Es war inzwischen zwei Uhr morgens, sie befanden sich noch immer über den Bergen, plötzlich begann das
Flugzeug rascher zu sinken. Der rechte Motor der HE 111 begann jetzt zu stottern und gab seinen Geist auf. Jansen
starrte wie gebannt auf die stehen gebliebene Luftschraube. Instinktiv stellte er die Propellerblätter auf Segelstellung, um nicht noch rascher zu sinken. Dennoch verloren sie nun aber massiv an Höhe. Es war absehbar, dass sie die
flache Wüste nördlich von Luxor nicht mehr erreichen würden. Jansen überlegte nur einen Augenblick. „Alle Mann klarmachen zum Absprung, seht zu, dass ihr schnell hier rauskommt, sonst sind wir zu tief, wir treffen uns beim
Flugzeug“ rief er ins Bordmikrofon und zog die Maschine noch ein letztes Mal hoch, um seinen Männern ein leichteres Aussteigen zu ermöglichen. In rascher Folge sprangen die vier Soldaten aus der Maschine. Unmittelbar
danach, als die Höhe für einen Absprung schon bedenklich niedrig war, verließ auch Kapitän Jansen das schwer haverierte Flugzeug. Am Fallschirm schwebend konnte er noch sehen, wie seine Maschine in einer Steilkurve nach
unten, am Fuße eines hohen Berges, zerschellte. Es gab eine gewaltige Explosion und die brennenden Wrackteile erhellten gespenstisch die bizarren Berggipfel dieser abgelegenen Felswüste. Jansen landete zwischen zwei
kleineren Berggipfeln in einer Schotter Rinne und konnte sich rasch von seinem Fallschirm befreien. Seine Kameraden mussten etwa einen Kilometer von ihm entfernt heruntergekommen sein. Auch für sie sollte das
brennende Flugzeug die Richtung weisen. Im Dunkeln tastete sich Jansen nach unten und der Schein des Feuers half ihm bei der Orientierung. Insgeheim hoffte er, noch irgendetwas Brauchbares, wie einen funktionierenden
Kompass im Wrack zu finden, denn die Orientierung in der Wüste würde schwierig werden und bis Kairo waren es mindestes fünfhundert Kilometer.
Jansen überlegte, wo sie jetzt wohl waren. Von der Südspitze der Sinai Halbinsel, dort wo Sie den Schiffskonvoi
angegriffen hatten, waren es rund fünfzig Kilometer bis zur ägyptischen Küste und so hohe Berge wie hier gab es ja
nur bis achtzig Kilometer landeinwärts. Sie hätten also längst die Ebene des Niltales erreicht haben müssen. Es sei denn, der Nordwind war wesentlich stärker als angenommen, was zu dieser Jahreszeit jedoch nicht ungewöhnlich war.
Als er näher zum brennenden Flugzeugwrack kam und den Berg sah an dem die Maschine zerschellt war, ahnte er plötzlich, wo sie sich befinden mussten. Keine andere Erhebung in der Ostwüste auf der Höhe von Luxor war so
hoch. Das konnte nur der „Gebel
Semmna“ sein, der mit seinen über eintausend Metern Höhe, düster emporragte. An seinem Fuße loderten noch die
Flammen aus den Trümmern des abgestürzten Flugzeuges. Sie waren also über einhundert Kilometer vom Nordwind nach Süden versetzt worden. Jansen musste sich in der Dunkelheit über messerscharfe Felsstücke vorantasten. Er
hielt Ausschau nach seinen Männern.
Als ersten fand er den Obergefreiten Krüger. Dieser hatte den Absprung ebenfalls heil überstanden. Er war
offensichtlich froh, seinen Kommandanten wieder wohlbehalten anzutreffen und machte Meldung „Alles in Ordnung, Herr Leutnant, Obergefreiter Krüger meldet sich zurück!“ Hinter einer kleinen Felskuppe trafen sie auf zwei weitere
Besatzungsmitglieder. Diesen war es nicht so gut ergangen. Der Gefreite Huber hatte sich den Knöchel verstaucht und humpelte mehr schlecht als recht über die scharfkantigen Felsen zum Wrack. Feldwebel Körner hatte eine
klaffende Wunde am linken Arm, welche er sich beim Abstieg vom Berghang auf dem er gelandet war, zugezogen hatte.
Für Unteroffizier Berger kam jede Hilfe zu spät. Sein Fallschirm hatte sich hoch oben an einem Felsvorsprung
verheddert. Beim Versuch sich von den Leinen zu loszuschneiden, musste der arme Soldat abgestürzt sein und sich das Genick gebrochen haben. Sie fanden ihn am Talgrund liegen.
„Männer, so traurig es ist, dass wir einen Kameraden verloren haben können wir aber von Glück reden, dass es uns nicht auch erwischt hat. Hier in diesem Felsengebirge, in absoluter Finsternis mit dem Fallschirm aus Mindesthöhe
abzuspringen, war ein großes Risiko. Wollen wir für den Kameraden Berger eine letzte Ruhestätte schaffen“.
Sie nahmen dem toten Soldaten seine Erkennungsmarke ab und schlichteten als dürftige Grabstelle Felsstücke auf
den leblosen Körper. Danach machten sie sich auf den Weg, den ihnen der Schein des Feuers wies.
Als sie nach einer Weile am Wrack angelangt waren, konnten sie erkennen, dass die mächtige Explosion einen
Felssturz ausgelöst haben musste. Ein Stück oberhalb der langsam verlöschenden Flammen, sahen sie ein steinernes Portal halb aus dem Geröll ragend.
Ein uralter, verschütteter Eingang. Als sie näher herankamen, bemerkten sie, dass eine Art grünlicher Nebel oder Dunst aus dem halb freigelegten Eingang herausdrang.
„Ich werde mir das ansehen“, meinte Krüger und auf ein Nicken von Leutnant Jansen kletterte der Obergefreite die
Geröllhalde zum Eingang hoch. „Was ist das für ein grüner Nebel?“ fragte Berger, dem noch immer der Schock des soeben Erlebten in den Knochen saß.
„Vielleicht ist das Rauch von verbrannten Flugzeugteilen, der vom Hydrauliköl eine grünliche Farbe hat?“ meinte Jansen.
„Möglich, aber ich halte es nicht für einen Rauch“, sagte Huber, „das sieht aus, als ob es direkt aus dem Portal dort oben herauskommt.“ Obergefreiter Krüger war inzwischen vor dem steinernen Portal angelangt und ging direkt
darauf zu. Als er den grünlichen Nebel am Boden erreichte, verschwand er urplötzlich vor den Augen seiner entsetzten Kameraden. Der Nebel war nicht so dicht als dass er hätte darin verschwinden können, nein, es war da
nur eine wenige Zentimeter hohe Schicht am Boden. Aber Krüger er war einfach von einer Sekunde auf die andere nicht mehr da.
Erschrocken wichen die drei anderen zurück und wussten nicht, was da vor Ihren Augen geschah. Sie riefen nach ihrem Kameraden, aber er blieb verschwunden. Es war einfach unglaublich. Schließlich fassten sie sich wieder und
suchten in der Nähe des Wracks einen Platz für ein Nachtlager. Zuerst wurde noch Hubers Knöchel bandagiert, dann schliefen sie völlig erschöpft, die kurze Zeit bis zum Sonnenaufgang unter einem Felsvorsprung.
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Krüger ging langsam weiter auf das alte Portal zu. Der grünliche Nebel am Boden war eigentlich nur eine dünne Dunstschicht. Er dachte sich nichts dabei, als er hindurch schritt. Dann stand er unmittelbar vor dem steinernen
Portal. Davor lagen noch einige Felsblöcke und es war schwierig für ihn, sich dazwischen hindurchzuzwängen. Als er es endlich geschafft hatte und durch den Eingang ins Innere des Berges kam, stand er in absoluter Dunkelheit. Er
hatte Angst, hier war etwas Unbekanntes, das er nicht einordnen konnte. Rasch nahm er sein Wehrmachts Feuerzeug aus seiner Fliegerjacke, es fiel ihm aus der zittrigen Hand. Er bückte sich und versuchte es zu im Finstern
am Boden zu ertasten.
Endlich spürte er das runde Metall zwischen seinen Fingern.
Er hob es auf und zündete es an. Im Schein der flackernden, kleinen Flamme sah er, dass er sich in einem
schmalen, roh behauenen Tunnel befand. Seine Neugier ließ ihn weitergehen. Am Ende des Ganges sah er ein lebensgroßes Relief, des altägyptischen Totengottes Osiris, in die Wand gemeißelt. Er drehte sich zur Seite und
erschrak. Rechts an der Wand des Ganges war das Bild einer löwenköpfigen Gottheit in den Fels eingraviert und sah ihn mit grimmigen Augen an. Vor dem Osiris Relief konnte er gerade noch einen Steinwürfel, etwa so groß wie
ein Tisch, sehen. Dann verlosch plötzlich die Flamme seines Feuerzeuges und es war stockdunkel um ihn. Er war nahe daran, in Panik zu fallen. Er musste schnell wieder hier hinaus. Krüger tastete sich vorsichtig im Finstern zurück
zum Eingang. Er stolperte über einen Stein am Boden und fiel der Länge nach hin. Rasch raffte er sich wieder auf und lief in Richtung Ausgang. Von dort kam allerdings ein heller Schein und er war völlig überrascht, als er sah, dass
es draußen bereits hell geworden war. Er war doch nur einige Minuten in dem Gang gewesen. War er etwa bei seinem Sturz bewusstlos geworden und stundenlang in der Höhle gelegen? Der Sonnenaufgang in der Wüste konnte
mitunter recht schnell gehen, dachte er, noch dazu in dieser bergigen Gegend. Aber umso erstaunter war Krüger, nachdem er wieder aus dem Steinportal heraus gekrochen war, als er die Sonne hoch am Himmel stehen sah. Es
musste also bereits Mittag sein.
Er hatte keine Erklärung dafür. Sofort machte er sich auf die Suche nach seinen Kameraden. Als sich auch auf sein
lautes Rufen niemand meldete, suchte er nach Spuren seiner Freunde, aber außer dem dürftigen Grab von Feldwebel Berger war nichts zu entdecken. Das Wrack des Flugzeuges lag völlig ausgekühlt in der Nähe. In die
zerstörte Kanzel der Maschine, war bereits Sand hineingeweht worden. Es sah so aus, als lägen die Trümmer dieses abgestürzten Jagdbombers schon seit Wochen hier. Krüger hatte nur seine Wehrmachts Feldflasche mit
Wasser, ein Messer und sonst nichts bei sich. Er machte sich auf den Weg nach Westen in Richtung des Nils. Die Sonne war seine einzige Orientierungshilfe. Aber Krüger hatte Angst. Wie oft hatte er bei Feindflügen schon dem
Tod ins Auge gesehen, drei Mal war er bereits, aus einem brennenden Flugzeug, mit dem Fallschirm abgesprungen und hatte stets unverletzt überlebt. Jetzt aber, hier in dieser menschenleeren Felswüste, war er in höchster Gefahr.
Er wusste, wenn er nicht binnen einem oder höchstens zwei Tagen auf Menschen stieß, oder zumindest irgendwo Wasser fand, dann würde er in dieser einsamen Gegend umkommen und jämmerlich verdursten. Er rechnete sich
selbst keine große Chance mehr aus. Krüger legte sich in den Schatten der überhängenden Felsen. Er wollte abwarten, bis die Sonne untergegangen war. In der Kühle der Nacht konnte er viel weiter marschieren, als in der
Hitze des Tages. An die vielen, kleinen Felsen am Boden, welche ihm in der Dunkelheit beim Gehen arge Schwierigkeiten bereiteten, hatte er nicht gedacht. Doch Krüger hatte unheimliches Glück. Schon am nächsten
Morgen kam er aus den bergigen Schluchten, über die Ausläufer eines Wadis, in die flache Sandwüste und dort entdeckte er ein Beduinen Zelt mit einem alten Araber. Dieser gab ihm Wasser und etwas zu essen. Am Abend
erschien eine Gruppe Reiter beim Zelt und am nächsten Morgen nahmen sie Krüger, auf Ihren Pferden bis zum Nil mit, den sie nach zwei Tagen erreichten. Es fand sich dann auch rasch eine Fellukke, welche ihn bis nach Kairo
bringen sollte. Wie damals, am Abend des Absturzes mit seinen Kameraden besprochen, wollte er über Ägyptens Hauptstadt quer durch die von den Alliierten besetzte Zone bis zu den deutschen Verbänden in Libyen durchkommen.
Doch der blonde Krüger wurde nach seiner Ankunft in Kairo beim Versuch sich arabische Kleidung zu besorgen, von Engländern entdeckt und festgenommen. So geriet er in britische Gefangenschaft. Der Krieg war für den
Obergefreiten Krüger zu Ende ...
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