Leseprobe
Der Endkampf beginnt ...!
Sonnenwende in Thule
Roman von Hagen Nordhoff
ISBN 978-3-00-024184-0 – € 14,45 – Preise inkl. MwSt., zzgl. Versand
Vor mehr als 1.000.000 Jahren kamen Menschen aus einem weit entfernten Sonnensystem nach Cydon und
siedelten sich dort an. Der Planet war fruchtbar und bot für dieses Unternehmen die besten Voraussetzungen.
Doch Cydon lag weit entfernt von ihrer Heimatwelt Aldebaran und die Verbindungen zum aldebaranischen Reich
waren nur dürftig. Als der Krieg gegen die Annunaki (eine annähernd menschenähnliche Rasse) ausbrach, konnte Cydon nicht ausreichend geschützt werden.
Die Annunaki verwandelten Cydon in eine tote Welt und jene Menschen, die sich von Cydon auf den bewohnbaren Nachbarplaneten Gaya retten konnten, gründeten dort, vergessen von ihren aldebaranischen Wurzeln und auch den
annunakischen Feinden, neue Kulturen.
Über viele Jahrtausende lebten die Menschen dort, fernab vom galaktischen Ringen der Großmächte, im Gleichgewicht mit der Natur und horteten Schätze an Weisheit und Spirit.
450.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung geriet der Spirit von Nibiru, dem zwölften Planeten dieses Gaya-Sonnensystems, verloren und Alalu, der Herrscher der Annunaki wurde durch seinen Gegner Anu entthront und von Nibiru verbannt.
Um sein Leben zu retten, floh Alalu in seinem „Feurigen Himmelswagen“ (Vimana) und kam in unsere Welt – nach Gaya. Hier fand er etwas, um die Strahlen der Schwarzen Sonne (den Spirit) einzufangen: „GOLD“ und nicht zu
vergessen einen verlorengegangenen Ableger der aldebaranischen Menschenrasse.
Alalu enthüllte Anu seine Entdeckung und als Belohnung durfte er zu seinem Heimatplaneten Nibiru zurückkehren ...
*
18. Julmond 3812n.St.
Was diese Welt zur Zeit durchmachte war ein Umbruch. Die Staaten waren ruiniert und von heute auf morgen schlossen auch die Geldinstitute, was den Zerfall der Infrastruktur nach sich zog.
Die wenigen Menschen, die überhaupt noch Arbeit hatten, konnten nicht mehr bezahlt werden, da der Geldfluß durch den Staatsbankrott und die Schließung aller Geldinstitute gestoppt wurde.
Dies geschah vor 2 Wochen. Die Infrastruktur war jetzt fast völlig zum Erliegen gekommen.
Einzig der Militärapparat funktionierte noch. Was aber nicht bedeutete, daß es beim Militär besser aussah. Denn
alles, auf das die Armee zurückgreifen konnte, war eine noch funktionierende Befehlskette, sowie die letzten Vorräte an Treibstoff, Munition und Lebensmittelkonserven für Notfälle.
Selbst die zivilen Sicherheitskräfte, die schon vor fünf Jahren damit begonnen hatten, zur Unterstützung der Polizei
Sicherheitsaufgaben in allen Bereichen zu übernehmen, weil es der Polizei an Personal und Ausrüstung fehlte, waren zum Teil schon in Auflösung begriffen.
Ragnar hatte es sich bereits schon vor einigen Stunden auf dem Dach der alten Feuerwache bequem gemacht. Er lag unter einer Wolldecke auf einer Isomatte und hatte seinen Oberkörper auf ein bequemes Kopfkissen gebettet.
Er lag leicht auf der Seite, das rechte Bein angewinkelt, so daß sein Bauch frei durchhing. Er trug den gefütterten Flecktarnparka der Allianz und eine schwarze Militärhose, wie sie hierzulande von den zivilen Sicherheitsdiensten
getragen wurde.
Nur wenige Minuten, nachdem er hier oben Stellung bezogen hatte, waren die Soldaten der Allianz aufgetaucht und hatten sich mit einem dreiachsigen Radpanzer direkt vor dem geschlossenen Supermarkt postiert.
Durch das Zielfernrohr seines Selbstladegewehres, das auf einem Zweibein ruhte, beobachtete Ragnar das Geschehen vor dem Einkaufszentrum.
Das mit den Soldaten gefiel Ragnar überhaupt nicht, hatten Hagen und er doch einen Plan ausgetüftelt, um an die Lebensmittelvorräte des geschlossenen und verbarrikadierten Supermarktes zu gelangen. Gerade als sie loslegen
wollten, tauchten die Soldaten auf. So lag Ragnar nun schon seit einigen Stunden naß und durchgefroren auf dem Dach und beobachtete das Geschehen um den Schützenpanzer.
Er dachte voller Neid an Hagen, der sich dort unten wenigstens vor Nässe und Kälte schützen konnte. Sein einziger Trost – und auch eine Sorge – war, dass man Hagen wesentlich leichter entdecken konnte als ihn. Doch das war ein
unsinniger Trost, denn bei Entdeckung waren ihre Pläne gefährdet.
Die Soldaten trugen blaue Helme!
Ragnar beobachtete durch sein Zielfernrohr, daß es einige Spannungen unter den Soldaten gab. Offenbar
befeindeten die Übel die einheimischen Soldaten oder grenzten sie aus, was Ragnar nicht genau erkennen konnte.
Eines jedoch wußte er, sie waren da, um die Lebensmittel des Supermarktes vor den Plünderern zu schützen. Die
Leute dort unten hatten Hunger und sie wollten an die Lebensmittelvorräte, die überwiegend in Form von Konserven im Supermarkt lagerten.
Plötzlich fielen unten auf dem Platz Schüsse und die Menschenmenge geriet in Panik. Ragnar hatte fassungslos mit angesehen, wie die Soldaten der Übel auf ihre Thulekameraden schossen ...
*
Hagen war ein zwei Meter großer, glatzköpfiger Hüne und trug die Uniform eines zivilen Sicherheitsdienstes.
Schwarze Jacke, schwarze Militärhose, Schirmmütze und Kampfstiefel. Er kauerte etwas abseits des Parkplatzes in einem dichten Gebüsch und beobachtete gespannt das Geschehen. Doch durch die Schießerei geriet alles außer
Kontrolle. Ihr Plan, unbemerkt an die Lebensmittel zu kommen, war zunichte, als Ragnar zum Schutz der Bevölkerung das Feuer auf die Soldaten eröffnete. Nun griff auch Hagen ein.
Hagen, der eigentlich gedeckt von Ragnar in den Supermarkt vordringen sollte, trat aus seinem Versteck.
Sein großkalibriger Revolver richtete verheerenden Schaden an ...
*
„Ich für meinen Teil werde nach Hause gehen. Ich nehme meine Waffe und einen Rucksack voller Vorräte und mache
mich auf den Heimweg um meine Familie zu beschützen“, warf Sven ein.
„Werd’ ich auch machen“, erwiderte Holger, worauf Ragnar sagte: „Wir können doch jeden Einzelnen mit dem
Panzer heimfahren. Der transportiert mehr Vorräte als so ein Militärrucksack.“
„Können wir nicht“, kam es vom Fahrersitz. „Der Tank ist fast leer und die öffentlichen Tankstellen haben bereits vor
einer Woche dichtgemacht.“
„Scheiße“, stöhnten die fünf anderen wie aus einem Mund. „Und ob das Scheiße ist“, sagte Klaus völlig
niedergeschlagen. „Meine Familie wohnt in der Nördlichen Hauptstadt, 120 Straßenkilometer von hier. Der Radpanzer braucht 50 Liter auf 100 Kilometer über Alsphalt. Querfeldein sogar 100 Liter. Und bei der
momentanen Treibstoffknappheit bekommen wir wahrscheinlich nicht einmal die 60 Liter Diesel um auch nur eine Strecke zurückzulegen.“
„Bei den ganzen Straßensperren und Barrikaden werden wir mit Sicherheit mehrfach quer durch die Pampa fahren müssen, um zumindest einigem Ärger auszuweichen“, warf Frank ein.
„Ich hab’ einen Verwandten hier in der südlichen Vorstadt, Schützenstraße. Vielleicht könnt ihr uns dort absetzen? Sven und ich kommen dann schon irgendwie zurecht“, meinte Holger.
„Alles klar, Holger. Sag mir nur die Adresse und ich bringe dich hin“, erwiderte Hagen. Weniger Leute – weniger abweichende Meinungen und Ziele. Also sollen die Jungs dorthin, wohin sie wollten. Wenn es ging. Nur ein harter
Kern wurde jetzt benötigt.
Als Sie in die Schützenstraße einbogen brannte dort bereits eine Barrikade. Doch auf der Straße war kein Mensch
zu sehen. Scheinbar wurde hier noch vor wenigen Stunden heftig gekämpft. Mülltonnen waren umgeworfen, geparkte Autos ausgebrannt oder brannten immer noch. Und im Vorbeifahren konnte Klaus einen abgerissenen Arm am
Straßenrand liegen sehen.
„Das Hochhaus da vorne mit den Barrikaden. Fahr’ zwischen die Bäume, ich renne rüber und sehe nach dem Rechten.“
Hagen hielt an wie Holger es wünschte. Dieser sprang, sein Gewehr im Anschlag, aus dem Panzer und eilte zum Haus hinüber. Klaus wollte Holger mit dem Bord-MG Deckung geben, doch Hagen hielt ihn zurück.
„Nein, nicht! Das Hochhaus hat zu viele Fenster. Wer auch immer da drin ist, kann zwei Straßen vollständig überblicken.“
Er hatte kaum zu Ende gesprochen, als Holger zurückkam.
„Alles klar, Jungs. Gebt mir meinen Anteil an Lebensmitteln. Sven! Du kannst auch mitkommen. – Danke euch, Freunde!“
„Hast du was von deiner Familie zu Hause gehört?“ wollte Frank wissen.
„Nein! Mein Onkel hat gesagt, daß die privaten Telekommunikationsverbindungen über Cortex abgeschaltet wurden. Nur die Massenverdummung läuft noch.“ ...
*
20. Julmond 3812n.St.
Karina stand in der Küche und half Karolina, ihrer Mutter, beim Abwasch. Sie war gerade 17 Jahre alt und bereits selbst Mutter eines 4 Monate alten Jungen.
„Karina. Deine Verabredung kommt!“
„Ja ich weiß. Geh’ du doch bitte schon mal zur Tür und bitte unseren Gast herein. Ich mach’ mich schnell fertig.“
Die beiden Frauen hatten weder auf die Uhr gesehen noch eine Klingel gehört. Sie wußten es einfach. Das Haus, in dem sie lebten war im alten rustikalen Stil eingerichtet. Die Decke des Hauses erzeugte eigenes Licht.
Sonnenlichtimitat, wobei jedoch die gesundheitsschädlichen Strahlungen unterblieben.
Karolina öffnete die Haustüre. Vor ihren Füßen breitete sich ein kleiner Gemüsegarten aus, der von einem kleinen,
fünf Meter langen Weg geteilt wurde.
Nach einer Minute trat ein Mann in ihr Blickfeld. Er trug die schwarze Uniform des Sonnensturmes und hatte seine Schirmmütze unter den Arm geklemmt.
„Ah! Wie sich sehe, werde ich schon erwartet.“
„Aber ja, mein Herr. Kommen Sie herein, der Kaffee ist schon aufgesetzt.“
Er lenkte seine Schritte durch den Gemüsegarten und begrüßte Karolina mit einem Handkuß.
„Karina Baumann? Wenn ich mich Ihnen vorstellen darf, Wilhelm Richter. Der Kommandant der Skorzeny.“
„Ich bin Karina!“
Mit diesen Worten drückte sich Karina an ihrer Mutter vorbei durch die Eingangstür. Beide sahen aus wie Zwillingsschwestern. Karolina wirkte mit einundvierzig Jahren immer noch wie ein junges Mädchen und ähnelte
Karina zum verwechseln. Beide Frauen hatten schulterlange, rotblonde Haare und smaragdgrüne Augen, waren einsfünfundachzig groß und wirkten auf den ersten Blick sehr sportlich ...
*
Wilhelm war erst 31 Jahre alt und schon SoS-Oberstleutnant der als Sonnensturm bezeichneten Eliteeinheit der
königlichen Raumwaffe. In dieser Einheit mußte man sich seinen Dienstgrad noch durch herausragende Leistungen verdienen. Um seinen Hals hing das Ehrenkreuz mit Eichenlaub. An seiner Uniform trug er weitere
Verdienstabzeichen, die Karolina aber nicht kannte. Wilhelm nahm Platz und sah sich im Wohnzimmer um. Es war sehr gemütlich eingerichtet. An den Wänden hingen Familienfotos und ein übergroßes Ölgemälde des Königs, der
eine Schirmmütze trug. Karolina eröffnete das Gespräch:
„Mein Mann und mein Schwiegersohn sind bei einem Angriff des Westblocks auf unseren Südpolstützpunkt ums
Leben gekommen. Max ist alles, was meiner Tochter von ihrem Mann noch geblieben ist. Sie müssen gut auf Karina aufpassen, sie ist ein echter Wildfang und probiert grundsätzlich Sachen aus, von denen andere lieber ihre Finger
lassen.“
„Das ist versprochen! Die Zeit ist nun gekommen, in der wir hier auf Cydon vor Angriffen der annunakischen
Handlanger nicht mehr sicher sein können. Ihre Technik entwickelt sich immer weiter und schon bald werden sie in der Lage sein, uns hier anzugreifen. Das Königreich konnten sie stürzen. Doch zum Glück hatten wir auf Gaya schon
lange vor Kriegsbeginn damit begonnen, Stützpunkte in aller Welt einzurichten und die Produktion von Hochtechnologie auszulagern. Wir planten damals schon für den Krieg nach dem Krieg.
So hatte auch der König und sein Letztes Bataillon sichere Zufluchtsorte, als die Alte Heimat vom Feind überrannt
wurde. Unsere Gruppe in der Alten Heimat wäre bereits völlig ausgelöscht worden, wenn wir den Feind nicht immer in Schach gehalten hätten.“
Karina betrat mit einem vollen Tablett das Wohnzimmer.
„Milch und Zucker, Herr Richter?“
„Ja bitte! Ach, nennen Sie mich doch Wilhelm, solange wir noch nicht auf der Skorzeny sind.“
Karina lächelte ihm zu. Sie wußte, daß dies nur ein freundliches Angebot war. Der Ehering an seinem Finger war ihr bisher aber noch nicht aufgefallen ...
*
Dann machte sich Karina auf zur Skorzeny. Als sie den Hangar 19 betrat, erblickte sie ein riesiges Raumschiff. Es
sah aus wie ein umgestülpter Suppenteller und hatte einen Durchmesser von mindestens 300 Metern. Die Höhe der Mittelachse maß etwa die Hälfte des Durchmessers. Obwohl das Raumschiff sein eigenes Landewerk hatte, ruhte
es zum Beladen auf einer Rampe.
Unter dem Raumschiff waren einige b.h.Ds (biologisch-humanoide-Drohnen) damit beschäftigt die letzten
Verladearbeiten durchzuführen und da stand auch jemand, der auf Karina zu warten schien. Er trug ebenfalls die Uniform des Sonnensturmes, hatte kurze, dunkelblonde Haare und winkte ihr zu. Als Karina zu ihm kam, stellte er
sich ihr eilig vor.
„Guten Tag. Mein Name ist Elmar Schmidt, ich bin der Waffenoffizier der Skorzeny. Sie müssen Frau Baumann sein.
Bitte kommen Sie mit, ich bringe Sie in die Kommandozentrale. In der Fünfer-Haunebu kann man sich leicht verlaufen.“
Sie stiegen über eine angeschobene Metalltreppe in das Innere des Raumschiffs. Direkt gegenüber des
Mannschaftseinganges befand sich eine Metalltafel mit einem Abbild des Namensgebers der Skorzeny und darunter standen außer dem Namen, Geburts- und Todestag auch noch die wichtigsten Heldentaten dieses verdienten
Kriegsveteranen. Sie blieben davor stehen.
„Skorzeny wurde im letzten Krieg immer mit den schwierigsten Sonderaufgaben betraut. Ein außergewöhnlicher Mann mit außergewöhnlichen Methoden.“
Sie gingen weiter und kamen an einer Schiffsgraphik vorbei, auf der die einzelnen Decks und Abteilungen der Skorzeny schematisch dargestellt waren. Schmidt deutete mit dem Finger auf eine Stelle.
„In unseren bordeigenen Hangars führen wir 18 einsitzige HORTEN-Jäger mit. Außerdem haben wir auch noch Platz für zwei leichte VRIL-Zerstörer mit jeweils vier Mann Besatzung.“
Er blickte sie etwas verstört an und meinte dann:
„Ich langweile Sie bestimmt mit meinen Ausführungen. Sicherlich interessiert es Sie nicht besonders. – Das kann ich schon verstehen.“
„Nein! Machen Sie ruhig weiter. Ich möchte soviel Informationen wie möglich erhalten.“
„Also, die Haunebu V-Baureihe ist die letzte mit dieser äußeren Form. Der Haunebu VI-Typ ist schon kugelförmig.
Und dann gibt es die riesigen ANDROMEDA-Geräte des Baumusters THOR. Die sehen wie Zigarren aus. Aber Zigarren mit einer Länge von 1,5 Kilometern.“ ...
*
Sie spürte ein Beben des Schiffes. Die Skorzeny baute ihr eigenes Schwerkraftfeld auf und verließ die normale
Raumzeit und die Welt der darin geltenden Naturgesetze. Die Außenhülle der Skorzeny begann zu verschwimmen. Es war dieser Effekt, der bei Dunkelheit für das typische Leuchten der Reichsflugscheiben verantwortlich ist.
Über das Sternenechohologramm konnten Lenz und Karina sehen, daß die Skorzeny sowie einhundertachtzig andere Raumschiffe, bereits gestartet waren. Cydon ließen sie unter sich zurück und reihten sich in eine Flotte von
achthundert weiteren Raumschiffen des Königreiches ein, die aus verschiedenen Haunebutypen, Vrilscheiben, Andromedageräten und einigen neuartigen Modellen bestand.
Vor ihnen lag der weite Raum und irgendwo in der Dunkelheit als kleiner Stern der Nachbarplanet Gaya, den es von der Fremdherrschaft zu befreien galt.
Nach kurzer Zeit tauchte wie aus dem Nichts die gewaltige Flotte der Annunaki auf. Die Schlacht begann!Die königliche Raumflotte teilte sich in fünf Gruppen. Vier von ihnen griffen die Annunaki von den äußeren Flanken her an.
Die fünfte Gruppe, zu der auch die Skorzeny gehörte, stürzte sich direkt auf die Angreifer und bildete das Zentrum der Schlacht. Damit war es ausgeschlossen, daß sich die Skorzeny aus dem Kampfgeschehen heraushielt. Nun
wurden Tausende der HORTEN-Jäger freigesetzt und stürzten sich in Rudeln auf den Feind ...
*
20. Julmond 3812n.St.
Es war bereits hell, als Hagen seinen Kopf in den Mannschaftsraum des Panzers steckte und seine Freunde weckte.
„Aufwachen, wir sind da! Wir haben die Nördliche Hauptstadt erreicht.“
Frank hatte sich in einer Wolldecke auf den beiden freien Sitzen der linken Seite des Mannschaftsraumes zum Schlafen ausgebreitet. Ragnar lag in seinem Schlafsack auf dem Boden zwischen den Sitzreihen und Klaus
schlummerte auf den vier Sitzen der Beifahrerseite. Ragnar fröstelte. Er streckte zuerst seine Nase, dann seinen Kopf aus der völlig zugezogenen Kapuze seines Schlafsackes.
„Was? Wie? Sind wir schon da? Wie spät ist es?“ gähnte er und auch die anderen beiden schienen noch zu leben, denn sie regten sich.
„Es ist bereits später Vormittag. Wir haben gerade die Nördliche Hauptstadt erreicht.“
„Ja, toll“, murmelte Klaus im Halbschlaf vor sich hin.
„Nein! Überhaupt nicht toll!“ kam es von Hagen nervös zurück. „Wir treiben immer noch im Großen Strom. Die ganze Stadt kann uns jetzt sehen!“
„Mist! Die Allianz sucht ihren Panzer und wir treiben in aller Seelenruhe als Zielscheibe mitten auf dem Wasser! Ich hatte gehofft, die Stadt noch bei Dunkelheit zu erreichen“, fuhr Ragnar wie der Blitz aus seinem Schlafsack. Und
bereits nach einer Minute waren alle auf den Beinen.
Frank öffnete eine der beiden Dachluken des Mannschaftsraumes, streckte seinen Kopf hinaus und sah zu Hagen hinüber, der in der Dachluke der Fahrerkabine stand.
„Wie weit noch?“ wollte Hagen von Frank wissen.
„Bei dem Tempo werden wir noch eine Stunde brauchen, bis wir die richtige Stelle zum Anlegen erreicht haben.“
Die dritte Dachluke wurde von Ragnar geöffnet, der auch sogleich aufs Dach stieg und sich in das Gespräch einmischte.
„Wir können unmöglich noch eine ganze Stunde hier herumtreiben. Wir müssen die Schrauben anwerfen und mit
dem Strom schwimmen. Sonst laufen wir Gefahr, von der Allianz aufgegriffen zu werden.“ ...
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